Gierschblatt - Wildkräutertipp im Juni
© Gierschblatt im Juni

Gierschblüte im Juni Wildkräutertipp
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Lexikon

Wildkraut im Juni "Giersch"

Ich möchte Euch heute den Giersch, oder gewöhnlichen Geißfuß (Aegopodium podagraria L.) vorstellen Der Giersch ist einer meiner Lieblingspflanzen. Jetzt, Anfang Juni blüht er gerade.

Ihr findet ihn in fast ganz Europa im Schatten.  Fast das ganze Jahr können wir seine wohlschmeckenden Blätter in unserer Wildpflanzenküche verwenden.

Jeder Gärtner kennt ihn als unausrottbares Unkraut. Manche Leute bezeichnen den Giersch fälschlicherweise als Weißwurz, wegen seiner weißen unterirdischen Ausläufer.

Im Volksmund heißt er auch Erdholler, wegen seiner Ähnlichkeit mit Holundersetzlingen; oder auch Zipperleinskraut was auf seine Verwendung bei Gicht hinweist.

Sein botanischer Name  ist aus dem Griechischen aigos =Ziege und podion = Fuß abgeleitet und weist auf die Ziegenfuß ähnlichen oft zweispaltigen Blätter hin. Der Gattungsname kommt vom lateinischen podagra = Fußgicht.

Der Giersch gehört zur großen, 2600 Arten umfassenden Familie der Schirmblütler oder Doldengewächse (Umbelliferae oder Apiaceae). Sie haben alle weißlich blühende Dolden, die an aufgespannte Regenschirme erinnern (lat. umbella = Schirm, vgl engl. umbrella).In dieser Familie gibt es einige stark giftige Pflanzen, wie z. B. den gefleckten Schierling (Conium maculatum L.), den Wasserschierling (Cicuta virosa L.) etc.! Am besten lässt Ihr Euch den Giersch von einem Pflanzenkundigen zeigen.

Ihr erkennt den Giersch an seinem V-förmig eingeschnittenen, kahlen Stengel mit rotem Stengelgrund und seinem Petersilien- oder Möhrenähnlichem Geruch wenn ihr ihn zerreibt. Ihr könnt seine Blätter auch frisch oder getrocknet anstatt Petersilie verwenden.
Der Geißfuß ist einer unserer ältesten und wohlschmeckensten Wildgemüse. Sogar bei den Neandertalern war er schon bekannt, wie Grabfunde beweisen.

Bei den Römern war er die Nahrung der Soldaten, weshalb er manchmal auch Soldatenpetersilie genannt wird. Bei uns war er das Gemüse der armen Leute, da er überall zu finden ist. Im Mittelalter wurde er sogar in Klostergärten als Gemüse und Heilpflanze angebaut. In der Gründonnerstagsuppe durften seine zarten Blätter auch nicht fehlen.

In vielen Heilpflanzenbüchern sucht man den Giersch vergeblich. Der bekannte, Schweizer Kräuterpfarrer Künzle war einer der wenigen, der die Kräfte des Giersch zu würdigen wusste. Er nannte ihn eine“ herrliche Medizin“, die er seinen Patienten bei Rheumaleiden, Gicht, Husten und vieles mehr verordnete. In der Tiermedizin gibt man das Kraut bei Rotlauf den Schweinen zu fressen.

In der Homöopathie verwendet man die Urtinktur (3 x täglich 10 Tropfen) bei Gicht und Rheuma.

Seine Wirkstoffe sind bisher noch wenig untersucht.
Er ist reich an Vitamin C, Provitamin A, Eiweiß und Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Silicium…,ätherische Öle u.v.m.

Medizinische Eigenschaften: blutreinigend, entgiftend, entzündungshemmend, harnsäuretreibend, schmerzstillend bei Harnsäurestau

Als Tee-Aufguß: 2 EL frische, zerkleinerte  Blätter mit 250ml heißem Wasser übergießen, 5-10 Min. ziehen lassen;3 Tassen pro Tag

Die einfachste Art seine positiven Eigenschaften zu nützen, ist ihn zu essen. In meiner Küche fehlt er bei keinem Gericht, ob frische, junge Blätter im Salat oder aufs Brot; getrocknete, auch ältere Blätter im Winter zum Würzen anstatt Petersilie; ältere, frische Blätter(evtl. die  Stengel entfernen) in jeder Suppe, Gemüse, Aufläufe, s.u.
Ich sense in meinem Garten die Wege und habe so auch immer genug junge, frische Blätter. Als Rat wenn Euch der Giersch im Garten nervt, prägte meine Bekannte Dr.Ute Künkele den Spruch „Esset Eure Feinde!“

Die Blüten verwende ich als wohlschmeckende Dekoration oder auch als Sonnentee. Die Samen lassen sich als Würze hernehmen.
Der Giersch lässt sich auch super zusammen mit Brennesseltrieben verkochen!

Verwendung in der Küche
Gierschblätter im Teigmantel
Gedünstetes Wildgemüse
Gefüllte Gierschblätter
Gierschreis, Gierschrisotto
Gierschlimonade (Blüten)
Kartoffelpüree oder Kartoffelsalat mit Giersch
Kräuterbutter
Kräuteressig-und Öl
Kräuterlikör
Kräuterquark
Kräuterbrötchen und Kräuterbrot
Kräuterpastete
Kräutersuppe
Kräuterbowle
Lasagne ( Blätter mit Brennessel gemischt, lecker)
Nudelsalat
Pesto
Spinat (mit Brennessel)
Man kann ihn wie Sauerkraut in Salz einlegen. Er lässt sich auch gut einfrieren.
Ihr seht Eurer Koch-Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!
Auf jeden Fall gehört der Giersch zur Neunkräutersuppe im Frühjahr (Gründonnerstag).

Rezept aus meiner Kräuterschule

Gierschreis
Reis in Salzwasser kochen
Einige Handvoll gewaschener und etwas klein geschnittene Gierschblätter in zerlassener Butter andüsten
In den Reis mischen und ca. 10 Minuten (bei abgeschaltenem Ofen) quellen lassen.
Ein schnell zubereitetes, gesundes und schmackhaftes Essen

Mehr Wildkräuterrezepte findet Ihr auch auf www.bio-ok.de

Wenn Ihr besonders leckere Rezepte oder Fragen habt meldet Euch telefonisch oder per Email.

Viel Spaß beim Probieren
Eure Birgit Garnweidner

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Viel Spaß beim Probieren
Eure Birgit Garnweidner



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